Warum Vitamin D bei wiederkehrendem Lagerungsschwindel eine Rolle spielen könnte
Warum kommt Lagerungsschwindel überhaupt wieder?
Was haben Vitamin D und die Otolithen miteinander zu tun?
- die Aufnahme von Calcium aus dem Darm,
- den Calcium- und Phosphatstoffwechsel,
- die Knochenmineralisation und
- verschiedene Prozesse des Calciumhaushalts im Körper.
Vitamin-D-Mangel als möglicher Risikofaktor
Warum das Thema gerade bei wiederkehrendem BPLS interessant ist
Was sagt die Wissenschaft zu Vitamin D und wiederkehrendem Lagerungsschwindel?
Niedrige Vitamin-D-Werte und BPLS-Rezidive
Die entscheidende Frage: Kann Vitamin D Rückfälle verhindern?
Was zeigen Meta-Analysen?
- Niedrige Vitamin-D-Spiegel treten bei Patienten mit rezidivierendem BPLS häufiger auf.
- Ein Vitamin-D-Mangel könnte mit einem erhöhten Rezidivrisiko verbunden sein.
- Eine Vitamin-D-Supplementierung bei Patienten mit niedrigen Ausgangswerten kann die Häufigkeit erneuter BPLS-Episoden reduzieren.
- der Definition eines Vitamin-D-Mangels,
- der verwendeten Vitamin-D-Dosierung,
- einer zusätzlichen Calciumgabe,
- der Dauer der Behandlung,
- der Nachbeobachtungszeit und
- der Definition eines BPLS-Rezidivs.
Zusammenhang bedeutet nicht automatisch Ursache
Was bedeutet ein Vitamin-D-Wert von 20 ng/ml?
Wie stark ist die Evidenz?
Behandlung des Anfalls und Vorbeugung klar trennen
- Diagnostisches Lagerungsmanöver
- betroffenen Bogengang und Seite bestimmen
- gezieltes Repositionsmanöver
- mögliche Risikofaktoren berücksichtigen
- bei entsprechender Konstellation Vitamin-D-Status überprüfen
- nachgewiesenen Mangel ärztlich beurteilen und gegebenenfalls behandeln
Was bedeutet das für Patienten mit wiederkehrendem Lagerungsschwindel?
Wann könnte eine Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels sinnvoll sein?
- bereits bekannter Vitamin-D-Mangel
- Osteoporose oder Osteopenie
- höheres Lebensalter
- geringe Sonnenexposition
- Erkrankungen oder Medikamente, die den Vitamin-D- oder Knochenstoffwechsel beeinflussen
Was tun bei einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel?
- Ausgangswert des Vitamin-D-Spiegels
- Alter
- Ernährung
- Begleiterkrankungen
- Nierenfunktion
- Calciumstoffwechsel
- bestehende Osteoporose
- bereits eingenommene Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
Akuter BPLS: Das Lagerungsmanöver bleibt die Behandlung der Wahl
- Welche Seite ist betroffen?
- Welcher Bogengang ist betroffen?
- Handelt es sich um eine Canalolithiasis oder Cupulolithiasis?
Zwei unterschiedliche Strategien
- Lagerungsuntersuchung
- betroffene Seite und betroffenen Bogengang bestimmen
- gezieltes Repositionsmanöver
- mögliche Risikofaktoren betrachten
- gegebenenfalls Vitamin-D-Status bestimmen
- bei nachgewiesenem Mangel ärztlich abgestimmte Behandlung
- möglicherweise geringeres Risiko weiterer BPLS-Episoden
Kann man Lagerungsschwindel mit Vitamin D verhindern?
Fazit
Quellen
Jeong SH, Kim JS, Kim HJ et al. Prevention of benign paroxysmal positional vertigo with vitamin D supplementation: A randomized trial. Neurology. 2020;95(9)–e1125.
Büki B, Ecker M, Jünger H, Lundberg YW. Vitamin D deficiency and benign paroxysmal positioning vertigo. Medical Hypotheses. 2013;80(2):201–204.
Rhim GI. Serum vitamin D and recurrent benign paroxysmal positional vertigo. Laryngoscope Investigative Otolaryngology. 2016;1(6):150–153.
Yang B, Lu Y, Xing D et al. Association between serum vitamin D levels and benign paroxysmal positional vertigo: a systematic review and meta-analysis of observational studies. European Archives of Oto-Rhino-Laryngology. 2020.
Weitere systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen untersuchten in den vergangenen Jahren den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel, BPLS-Rezidiven und Vitamin-D-Supplementierung. Aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns, Grenzwerte und Supplementierungsschemata sind die Ergebnisse differenziert zu interpretieren.
Autor: Tom Hanf / Schwindelzentrum Saarbrücken