Mir ist schwindelig – aber was bedeutet eigentlich mein Schwindel?

Warum Drehen, Schwanken, Benommenheit und Schwarzwerden vor Augen nicht dasselbe sind

„Mir ist schwindelig.“

Diesen Satz höre ich in meinem Schwindelzentrum wahrscheinlich häufiger als fast jeden anderen.
Für Betroffene beschreibt er zunächst ziemlich genau das Problem. Für die Befundung ist er allerdings erst der Anfang. Denn hinter dem Begriff Schwindel können sich völlig unterschiedliche Wahrnehmungen verbergen.

Der eine Patient berichtet:
„Plötzlich dreht sich das ganze Zimmer.“

Ein anderer sagt:
„Ich habe das Gefühl, als würde ich auf einem Schiff laufen.“

Wieder jemand beschreibt:
„Mein Kopf fühlt sich irgendwie benommen oder wie in Watte an.“

Und ein anderer meint mit Schwindel eigentlich:
„Wenn ich aufstehe, wird mir plötzlich schwarz vor Augen.“

Alle vier Menschen sprechen von Schwindel – erleben aber etwas völlig Unterschiedliches.
Deshalb gehört zu einer guten Schwindelbefundung zunächst eine erstaunlich einfache Frage:
Wie genau fühlt sich Ihr Schwindel an?
Die Antwort kann bereits wichtige Hinweise geben. Sie allein stellt allerdings noch keine Diagnose. Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Art des Schwindels, Auslösern, Dauer, Verlauf und möglichen Begleitsymptomen.
 

1. Drehschwindel – „Alles dreht sich“

Drehschwindel gehört zu den eindrücklichsten Formen von Schwindel.
Betroffene beschreiben häufig das Gefühl, dass sich der Raum um sie herum dreht – oder dass sie selbst sich drehen, obwohl sie stillstehen.
Manchmal dauert dieses Gefühl nur wenige Sekunden. In anderen Situationen hält es Minuten oder Stunden an. Bei einem akuten Ausfall eines Gleichgewichtsorgans kann ein starker Drehschwindel sogar über längere Zeit bestehen.

Entscheidend ist deshalb nicht nur dass sich etwas dreht, sondern auch:
  • Wie lange dauert eine Attacke?
  • Tritt der Schwindel spontan auf oder wird er ausgelöst?
  • Passiert es beim Umdrehen im Bett?
  • Beim Hinlegen oder Aufstehen?
  • Bei schnellen Kopfbewegungen?
  • Gibt es Übelkeit oder Erbrechen?
  • Bestehen gleichzeitig Hörminderung, Ohrdruck oder Ohrgeräusche?
  • Treten Kopfschmerzen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit auf?
Ein nur wenige Sekunden dauernder Drehschwindel beim Umdrehen im Bett erzählt beispielsweise eine ganz andere Geschichte als eine mehrere Stunden anhaltende spontane Schwindelattacke.
Drehschwindel beschreibt also zunächst ein Gefühl – nicht automatisch eine bestimmte Erkrankung.
 

2. Schwankschwindel – „Als würde ich auf einem Schiff laufen“

Beim Schwankschwindel dreht sich die Umgebung meistens nicht.
Stattdessen beschreiben Betroffene ein Gefühl von Schwanken, Taumeln oder Unsicherheit.

Typische Aussagen sind:
  • „Der Boden fühlt sich weich an.“
  • „Ich laufe wie auf einem Schiff.“
  • „Ich habe das Gefühl, zur Seite gezogen zu werden.“
  • „Beim Gehen bin ich unsicher.“
Gerade diese Form des Schwindels kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Unser Gleichgewicht entsteht nämlich nicht allein im Innenohr. Das Gehirn verarbeitet ständig Informationen aus mehreren Systemen: dem Gleichgewichtsorgan, den Augen und der Körperwahrnehmung.
Funktioniert eines dieser Systeme nicht zuverlässig oder können die Informationen nicht optimal miteinander verarbeitet werden, kann sich das als Schwanken oder Gangunsicherheit bemerkbar machen.

Interessant ist deshalb beispielsweise die Frage:
Wird das Schwanken im Dunkeln stärker?
Wenn die Augen keine ausreichende Orientierung mehr liefern können, müssen das vestibuläre System und die Körperwahrnehmung einen größeren Anteil an der Gleichgewichtskontrolle übernehmen.
Auch die Umgebung kann eine Rolle spielen. Manche Menschen fühlen sich auf einem ruhigen Weg relativ sicher, erleben aber in einem Supermarkt, Einkaufszentrum oder in einer Menschenmenge plötzlich deutlich mehr Schwankschwindel.
Deshalb ist auch beim Schwankschwindel entscheidend:
Wann tritt er auf – und wodurch wird er stärker?
 

3. Benommenheit – „Mein Kopf fühlt sich irgendwie komisch an“

Diese Beschreibung begegnet mir besonders häufig.
Und gleichzeitig ist sie wahrscheinlich eine der schwierigsten Formen von Schwindel.

Betroffene verwenden dafür ganz unterschiedliche Begriffe:
  • „wie in Watte“
  • „neben mir“
  • „wie leicht betrunken“
  • „nicht richtig klar im Kopf“
  • „wie unter einer Glasglocke“
  • „irgendwie unwirklich“
Manchmal lässt sich dieses Gefühl kaum in Worte fassen.
Gerade bei Benommenheit ist wichtig zu verstehen, dass nicht automatisch eine Störung des Gleichgewichtsorgans dahinterstehen muss.
Mögliche Zusammenhänge reichen von Kreislaufproblemen und Medikamentennebenwirkungen über Stoffwechselveränderungen bis zu Migräne, Schlafmangel, Stress oder funktionellen Schwindelformen wie PPPD.
Auch hier entscheidet deshalb nicht das Wort Benommenheit über die Ursache.

Viel wichtiger sind Fragen wie:
  • Wann tritt das Gefühl auf?
  • Ist es dauerhaft vorhanden oder kommt es in Episoden?
  • Wird es bei Stress oder Müdigkeit stärker?
  • Ist es in Supermärkten oder Menschenmengen ausgeprägter?
  • Bestehen gleichzeitig Herzrasen, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder andere Beschwerden?
Gerade bei länger bestehender Benommenheit lohnt sich deshalb ein breiter Blick.
 

4. Präsynkope – „Mir wird schwarz vor Augen“

Auch das wird sehr häufig als Schwindel bezeichnet.
Das Gefühl unterscheidet sich jedoch deutlich vom klassischen Dreh- oder Schwankschwindel.

Typisch sind Aussagen wie:
  • „Wenn ich aufstehe, wird mir schwarz vor Augen.“
  • „Ich habe das Gefühl, gleich umzukippen.“
  • „Plötzlich werden meine Beine weich.“
  • „Ich muss mich irgendwo festhalten.“
Medizinisch sprechen wir bei einem Gefühl einer unmittelbar drohenden Ohnmacht von einer Präsynkope.
Dabei steht häufig weniger das Gleichgewichtssystem als vielmehr die kurzfristige Versorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff im Mittelpunkt.

Ein klassisches Beispiel ist das schnelle Aufstehen.
Beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen in den Stand versackt durch die Schwerkraft zunächst Blut in den Beinen. Normalerweise reagiert der Körper innerhalb kürzester Zeit: Die Gefäße verengen sich und die Herz-Kreislauf-Regulation stabilisiert den Blutdruck.
Funktioniert diese Anpassung nicht ausreichend schnell, können Schwarzwerden vor Augen, Benommenheit, Schwäche oder eine drohende Ohnmacht entstehen.
Auch Flüssigkeitsmangel, bestimmte Medikamente oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Eine tatsächliche Bewusstlosigkeit, neu auftretende Herzbeschwerden oder andere auffällige Begleitsymptome sollten ärztlich abgeklärt werden.
 

Ein Wort – vier völlig unterschiedliche Erlebnisse

Genau deshalb ist der Satz „Mir ist schwindelig“ für eine gute Schwindelbefundung noch nicht ausreichend.

Die entscheidende Frage lautet zunächst:
Was bedeutet „Schwindel“ für Sie persönlich?
  • Dreht sich die Umgebung?
  • Schwanken oder taumeln Sie?
  • Fühlen Sie sich benommen oder wie in Watte?
  • Oder haben Sie das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden?
Diese Unterscheidung kann bereits helfen, die nächsten Fragen sinnvoller zu stellen.

Aber sie ist nur der erste Schritt.
Denn mindestens genauso wichtig ist:
Wann tritt der Schwindel auf?
Beim Umdrehen im Bett? Beim Aufstehen? Beim Gehen? Bei Kopfbewegungen? Im Dunkeln? Im Supermarkt? Nach dem Essen? Bei körperlicher Belastung?
Und genau darum geht es im zweiten Teil dieses Beitrags:

Was Auslöser, Dauer und Begleitsymptome über Schwindel verraten können


Drehen, Schwanken, Benommenheit oder das Gefühl einer drohenden Ohnmacht können sich völlig unterschiedlich anfühlen. Doch selbst die genaue Beschreibung des Schwindels reicht häufig noch nicht aus.
In der Schwindelbefundung interessieren mich deshalb besonders drei weitere Fragen: Wann tritt der Schwindel auf? Wie lange dauert er? Welche Beschwerden treten gleichzeitig auf?
Denn oft ist es gerade die Kombination dieser Informationen, die uns auf die richtige Spur bringt.

1. Wann tritt der Schwindel auf?


Der Auslöser kann ein wichtiger Hinweis sein.
Beim Umdrehen im Bett
Ein kurzer, heftiger Drehschwindel beim Umdrehen im Bett, Hinlegen oder Aufrichten kann beispielsweise zu einem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPLS) passen.
Typischerweise beginnt der Schwindel kurz nach einer bestimmten Kopfbewegung und klingt häufig innerhalb weniger Sekunden wieder ab.
Aber auch hier gilt: Nicht jeder Schwindel im Bett ist automatisch ein Lagerungsschwindel. Die typische Vorgeschichte muss durch eine gezielte Befundung und entsprechende Lagerungstests überprüft werden.

Beim Aufstehen
Wird einem dagegen beim schnellen Aufstehen aus dem Bett oder vom Stuhl schwindelig oder sogar schwarz vor Augen, denken wir eher an eine Störung der Kreislaufregulation.
Der Blutdruck kann beim Wechsel in den Stand kurzfristig absinken. Betroffene berichten dann häufig über Benommenheit, Schwäche, Sehstörungen oder das Gefühl, gleich umzukippen.
Das unterscheidet sich deutlich vom klassischen Drehschwindel.

Bei Kopfbewegungen
Schwindel bei Kopfbewegungen ist besonders interessant. Denn unser Gleichgewichtssystem muss bei jeder Bewegung des Kopfes dafür sorgen, dass unsere Umwelt trotz der Bewegung möglichst stabil wahrgenommen wird.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der vestibulo-okuläre Reflex – kurz VOR.
Funktioniert das vestibuläre System nicht ausreichend, können schnelle Kopfbewegungen Beschwerden auslösen. Manche Betroffene berichten beispielsweise, dass beim Gehen oder bei Kopfbewegungen die Umgebung kurz unscharf oder instabil erscheint.

Beim Gehen
Einige Menschen fühlen sich im Sitzen oder Liegen relativ sicher – sobald sie gehen, beginnt jedoch das Schwanken.
Beim Gehen steigen die Anforderungen an unser Gleichgewichtssystem erheblich. Das Gehirn muss gleichzeitig Informationen aus den Gleichgewichtsorganen, den Augen und der Körperwahrnehmung verarbeiten.
Deshalb können sich Störungen des vestibulären Systems, Einschränkungen der Körperwahrnehmung oder Probleme der sensorischen Verarbeitung gerade beim Gehen besonders bemerkbar machen.

Im Dunkeln
Auch diese Frage ist in der Schwindelbefundung ausgesprochen hilfreich:
„Ist es im Dunkeln schlimmer?“
Unsere Augen liefern dem Gehirn wichtige Informationen darüber, wo wir uns im Raum befinden. Fällt diese Orientierung im Dunkeln weitgehend weg, müssen das vestibuläre System und die Körperwahrnehmung stärker übernehmen.
Menschen mit einer eingeschränkten Gleichgewichtsfunktion bemerken deshalb manchmal erst beim nächtlichen Gang zur Toilette oder auf schlecht beleuchteten Wegen, wie sehr sie sich normalerweise auf ihre Augen verlassen.

Im Supermarkt oder in Menschenmengen
Ein ganz anderes Muster entsteht, wenn Beschwerden besonders in visuell unruhigen Situationen auftreten.
Supermarktregale, Menschenmengen, Einkaufszentren, Rolltreppen oder schnell vorbeiziehende Bilder können das Gehirn mit visuellen Informationen regelrecht überfluten.
Solche Situationen können beispielsweise bei visueller Bewegungsempfindlichkeit, vestibulärer Migräne oder PPPD Beschwerden verstärken.
Die Umgebung bewegt sich dabei nicht wirklich – aber das Gehirn hat Schwierigkeiten, die vielen visuellen Informationen mit den anderen Gleichgewichtsinformationen sinnvoll zusammenzuführen.

2. Wie lange dauert der Schwindel?


Eine der wichtigsten Fragen überhaupt lautet:
Sekunden, Minuten, Stunden oder dauerhaft?
Denn die Dauer einer Schwindelepisode kann wichtige Hinweise liefern.

Sekunden
Sehr kurze Schwindelattacken nach bestimmten Kopfbewegungen können beispielsweise zu einem Lagerungsschwindel passen.
Auch ein kurzer Kreislaufabfall beim schnellen Aufstehen kann nur wenige Sekunden anhalten.

Minuten
Schwindelattacken über mehrere Minuten können bereits ein anderes Muster zeigen. Hier werden Auslöser und Begleitsymptome besonders wichtig.

Stunden
Wiederkehrende Attacken über Stunden können unter anderem bei vestibulärer Migräne oder Morbus Menière auftreten.
Die Dauer allein reicht allerdings auch hier nicht aus, um zwischen verschiedenen Erkrankungen zu unterscheiden.

Tage
Ein plötzlich einsetzender, über viele Stunden oder Tage anhaltender starker Schwindel kann beispielsweise bei einem akuten vestibulären Syndrom auftreten.
Gerade bei einem erstmaligen starken Dauerschwindel muss jedoch sorgfältig zwischen peripher vestibulären und möglichen zentral-neurologischen Ursachen unterschieden werden.

Wochen oder Monate
Chronisches Schwanken oder Benommenheit über Wochen und Monate erzählt wiederum eine völlig andere Geschichte.
Hier können beispielsweise eine unvollständige vestibuläre Kompensation, PPPD, vestibuläre Migräne, Medikamente, internistische Faktoren oder mehrere gleichzeitig bestehende Ursachen eine Rolle spielen.
Die Dauer ist also wie ein weiteres Puzzleteil – wichtig, aber niemals allein entscheidend.

3. Was passiert gleichzeitig?


Jetzt wird es besonders spannend. Denn Begleitsymptome können aus einem unspezifischen Schwindel plötzlich ein deutlich erkennbareres Muster machen.

Schwindel + Hörminderung oder Ohrgeräusche
Treten gleichzeitig Hörveränderungen, Tinnitus oder Druckgefühl im Ohr auf, sollte das Gehör beziehungsweise das Innenohr genauer untersucht werden.

Schwindel + Kopfschmerz, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit
Diese Kombination kann an eine vestibuläre Migräne denken lassen.
Dabei muss während einer Schwindelattacke nicht zwangsläufig ein klassischer Migränekopfschmerz vorhanden sein.

Schwindel + Herzrasen
Herzrasen, Herzstolpern oder Beschwerden bei körperlicher Belastung lenken die Aufmerksamkeit stärker auf das Herz-Kreislauf-System.

Schwindel + Schwarzwerden vor Augen
Tritt dieses Gefühl besonders beim Aufstehen auf, sollte unter anderem die orthostatische Kreislaufregulation betrachtet werden.

Schwindel + neurologische Auffälligkeiten
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn ein plötzlich auftretender Schwindel von neuen neurologischen Symptomen begleitet wird.
Dazu gehören beispielsweise Doppelbilder, Sprachstörungen, Lähmungen, deutliche Gefühlsstörungen oder eine neu aufgetretene schwere Stand- und Gangunsicherheit.
Solche Symptome müssen zeitnah ärztlich beziehungsweise notfallmedizinisch abgeklärt werden.

Schwindel ist ein Puzzle


Vielleicht lässt sich eine gute Schwindelbefundung am besten mit einem Puzzle vergleichen. Ein einzelnes Teil reicht selten aus.
Wie fühlt sich der Schwindel an? Das ist ein Teil.
Wann tritt er auf? Das ist das nächste.
Dazu kommen: Wie lange dauert er? Was macht ihn stärker? Welche Begleitsymptome bestehen? Welche Medikamente werden eingenommen? Welche Erkrankungen sind bekannt?

Und schließlich: Was zeigt die gezielte körperliche und vestibuläre Befundung?
Erst wenn diese Informationen zusammengefügt werden, entsteht ein zunehmend klares Bild.

Deshalb ist „Mir ist schwindelig“ erst der Anfang

Wenn Sie wegen Schwindel einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen, können Sie selbst bereits etwas zur Befundung beitragen.
Versuchen Sie, Ihren Schwindel möglichst genau zu beobachten: Dreht es sich, schwankt es oder fühlen Sie sich benommen? Wann beginnt der Schwindel? Was haben Sie unmittelbar vorher gemacht? Wie lange dauert er? Was macht ihn besser oder schlechter? Welche anderen Beschwerden treten gleichzeitig auf?
Sie müssen Ihren Schwindel dabei nicht selbst diagnostizieren. Aber je genauer Sie beschreiben können, was Sie erleben, desto leichter lässt sich entscheiden, welche Untersuchungen und Befundungen sinnvoll sind.

MERKE
Schwindel ist keine Diagnose – sondern zunächst ein Symptom.
Drehen, Schwanken, Benommenheit und Beinahe-Ohnmacht können sich völlig unterschiedlich anfühlen und sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Erst die Kombination aus Schwindelart, Auslöser, Dauer, Begleitsymptomen und gezielter Befundung hilft dabei, die Ursache einzugrenzen.
Deshalb lautet eine der wichtigsten Fragen bei Schwindel nicht nur:
„Haben Sie Schwindel?“
Sondern:
„Wie genau fühlt sich Ihr Schwindel an – und wann tritt er auf?“

Quellen und weiterführende Literatur

  • Bisdorff A, Von Brevern M, Lempert T, Newman-Toker DE. Classification of vestibular symptoms: Towards an international classification of vestibular disorders. Journal of Vestibular Research. 2009;19(1–2):1–13.
  • Bhattacharyya N, Gubbels SP, Schwartz SR, et al. Clinical Practice Guideline: Benign Paroxysmal Positional Vertigo (Update). Otolaryngology–Head and Neck Surgery. 2017;156(3 Suppl):S1–S47.
  • Lempert T, Olesen J, Furman J, et al. Vestibular migraine: Diagnostic criteria. Consensus document of the Bárány Society and the International Headache Society. Journal of Vestibular Research. 2022;32(1):1–6.
  • Staab JP, Eckhardt-Henn A, Horii A, et al. Diagnostic criteria for persistent postural-perceptual dizziness (PPPD): Consensus document of the Bárány Society. Journal of Vestibular Research. 2017;27(4):191–208.
  • Hall CD, Herdman SJ, Whitney SL, et al. Vestibular Rehabilitation for Peripheral Vestibular Hypofunction: An Updated Clinical Practice Guideline. Journal of Neurologic Physical Therapy. 2022;46(2):118–177.
  • Freeman R, Wieling W, Axelrod FB, et al. Consensus statement on the definition of orthostatic hypotension, neurally mediated syncope and the postural tachycardia syndrome. Clinical Autonomic Research. 2011;21:69–72.

Hinweis

Die Beschreibung der Schwindelart kann wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen liefern, ersetzt jedoch keine medizinische Diagnose. Entscheidend sind das Zusammenspiel aus zeitlichem Verlauf, Auslösern, Begleitsymptomen sowie einer gezielten ärztlichen und/oder therapeutischen Befundung.

Autor: Tom Hanf / Schwindelzentrum Saarbrücken